FHWS Gebäude Röntgenring 8 in Würzburg

Brasilien heute - Politik, Wirtschaft, Kultur - Prüfungsnummer: 9956257

Brasilien hat im Oktober 2018 einen neuen Präsidenten gewählt: Jair Messias Bolsonaro, Vertreter der extremen Rechten, der eine dezidiert neoliberale Wirtschaftspolitik vertritt, unter dem Mantel der Korruptionsbekämpfung und einer Law-and-order-Politik autoritären Tendenzen Vorschub leistet und eine Polarisierung der Gesellschaft nicht nur in Kauf nimmt, sondern wohlüberlegt vorantreibt.

Feindbild seiner populistischen Propaganda sind die Linken, namentlich die Arbeiterpartei, Intellektuelle, Künstler*innen und Professor*innen, Umweltaktivist*innen und Verteidiger*innen der Indigenenrechte, Vertreter*innen von Gender-Theorien, Homosexuelle und überhaupt alle, die Vorstellungen jenseits der traditionellen, ultrakonservativen Familienwerte vertreten. Mit seinen bedingungslosen Unterstützern auf der Straße und dem skrupellosen Einsatz sozialer Medien scheint er danach zu streben, die auf Gewaltenteilung beruhende Demokratie Brasiliens aushebeln zu wollen. Die Covid-19-Pandemie, die in Brasilien seit April 2020 inzwischen 220.000 Opfer (Stand: 28.01.2021) gefordert hat, verschärft die tiefe politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise, in der Brasilien seit 2014 steckt.

Nach einer allgemeinen Einführung zur Geschichte Brasiliens sollen im Verlauf der Veranstaltung verschiedene Einzelaspekte des heutigen Brasilien erörtert werden, u. a. Bevölkerung, gesellschaftliche Gruppen und soziale Ungleichheit, Gewalt und Kriminalität, Religion, Wirtschaft, Energiepolitik und Landwirtschaft, Umweltschutz, Schul- und Bildungssystem, Wissenschaft und Kultur.

Stand: 27.07.2021