FHWS Gebäude Röntgenring 8 in Würzburg

Im Studium und im späteren Berufsleben arbeiten Sie mit Ihrer Muttersprache und normalerweise mit zwei Fremdsprachen. Also zunächst mit …

… der A-Sprache. Darunter versteht man die Muttersprache bzw. Trägersprache, und Sie müssen sie auf Niveau C2 (muttersprachliches Niveau) beherrschen. Im Normalfall ist die Trägersprache bei uns Deutsch, bei entsprechender Nachfrage können wir auch Englisch, Französisch oder Spanisch anbieten.

Wenn Ihre Muttersprache nicht unter den bei uns angebotenen Trägersprachen ist, müssen Sie für das Studium eine Trägersprache wählen, die Sie auf muttersprachlichem Niveau beherrschen. Wir möchten Sie nicht schon hier abschrecken. Aber ein Studium, in dem Sie mit vier Fremdsprachen arbeiten müssen und Ihre Muttersprache nicht nutzen können, ist sehr anstrengend. Wir haben positive Beispiele von Studierenden, die trotzdem einen Abschluss geschafft haben, wissen aber, dass das Studium überdurchschnittlich arbeitsintensiv war.

Dazu kommt die B-Sprache (Erstfachsprache), die Sie zu Studienbeginn auf dem Niveau C1 beherrschen müssen. Meist wird Englisch gewählt, denn das ist die Sprache, in und aus der im deutschsprachigen Raum am häufigsten übersetzt wird. Bei entsprechender Nachfrage bieten wir auch Deutsch als Fremdsprache, Französisch oder Spanisch als B-Sprache an. Wenn Deutsch nicht die A-Sprache ist, muss es als B-Sprache gewählt werden.

Die meisten Bewerber haben die B-Sprache studiert, oft als Hauptfach.

Als nächstes folgt die C-Sprache (Zweitfachsprache). Hier reicht zu Studienbeginn das Niveau B2, und hier bieten wir Englisch, Französisch und Spanisch an. Das Niveau B2 haben Sie mit dem Abitur in der betreffenden Sprache erreicht.

Eine Besonderheit unseres Studienganges ist der Einstieg in eine weitere Sprache, eine D-Sprache: Hier benötigen Sie keine Vorkenntnisse, denn der Neueinstieg findet bei uns statt. Nachfrageabhängig können wir Italienisch und / oder Schwedisch anbieten.

Die Niveaus nach dem Europäischen Referenzrahmen können über das Studium, über Kursbescheinigungen mit Niveauangabe oder durch Prüfungen an Sprachinstituten (z. B. British Council, Institut Français, Instituto Cervantes) nachgewiesen werden. Bei Fragen können Sie sich selbstverständlich an uns wenden.

Das Medienübersetzen nimmt in unserem Stundenplan einen breiten Raum ein. Sie finden Lehrveranstaltungen zu den Themen Untertitelung, Voice-over und Audiodeskription für Blinde und Sehgeschädigte.

Es sind heute keinesfalls nur Filme für Kino und Fernsehen, die übersetzt werden. Viele Firmen bieten im Internet kurze Informations-Videos oder produzieren Anleitungsvideos für ihre Geräte. Diese Videos müssen entweder professionell untertitelt oder mit einer Voice-over-Übersetzung versehen werden.

Das Stichwort „Barrierefreiheit“ spielt beim Medienübersetzen ebenfalls eine wichtige Rolle. Wie Firmen ihre Texte in einfacher Sprache formulieren können, lernen Sie im Technischen Schreiben. Wie Videos und Bilder für Blinde und Sehgeschädigte beschrieben werden, lernen Sie im Fach Audiodeskription.

Für die Übungen im Medienübersetzen stehen in den Räumen des Studienganges Notebooks mit einer Profi-Untertitelungssoftware zur Verfügung. Die Übungen zum Voice-over und zur Audiodeskription finden in den professionell ausgerüsteten Studios im Hochschul-Medienzentrum statt, nur ein paar Gebäude weiter.

Prof. Dr. habil. Heike Elisabeth Jüngst [ToDo Mitarbeiterlink] ist eine ausgewiesene Spezialistin im Bereich Medienübersetzen. Sie hat ein erfolgreiches Lehrbuch zum Thema verfasst und gibt Trainings für die Untertitler von KiKa und mdr.

Dass es das Fach Fremdsprachendidaktik in einem Übersetzungs-Studiengang gibt, überrascht viele. Die Erfahrung zeigt aber, dass Übersetzer, die in kleineren Unternehmen arbeiten, oft als Sprach-Allrounder eingesetzt werden. Manchmal müssen Kollegen auf englischsprachige Vorträge vorbereitet werden, manchmal wird ein kleiner Sprachkurs gewünscht, zum Beispiel als Vorbereitung auf Besuche von ausländischen Kunden.

Je professioneller man auf diese Aufgaben vorbereitet ist, desto leichter fallen sie in der Praxis. In einer realistischen Situation üben können Sie am Englisch Day, den unsere Studierenden seit mehreren Jahren an der Volkshochschule ausrichten. Die Teilnehmer kommen aus unterschiedlichen Volkshochschulkursen und nutzen die Gelegenheit zur Weiterbildung. Das Teilnehmer-Feedback zu den English Days ist übrigens durchweg begeistert.

Geleitet wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Maike Hansen, einer erfahrenen Fremdsprachendidaktikerin und Lehrwerksautorin.

Übersetzen bedeutet schon lange nicht mehr, dass man mit Papier und Bleistift vor einem Text sitzt und die Übersetzung niederschreibt. Texte kommen heute in vielen Formaten vor, oft mit beschrifteten Abbildungen und audiovisuellen Anteilen.

CAT (Computer-assisted translation) bedeutet, dass der Übersetzer zwar weiterhin die Übersetzung macht, dass jedoch seine alten Übersetzungen und Glossare gespeichert und durch die Software leicht zugänglich gemacht werden. Besonders bei Fachübersetzungen ist diese Funktion wichtig – ganz besonders dann, wenn mehrere Übersetzer gemeinsam an einem längeren Text arbeiten und so einen gemeinsamen Zugriff auf das Fachvokabular haben. Es stehen uns die Übersetzungstools von Trados und MemoQ [ToDo auf Richtigkeit prüfen] in unseren Notebookpools zur Verfügung.

Bei der Softwarelokalisierung geht es um die Übersetzung von Webseiten, Games und Apps. Gerade im Bereich Games überschneiden sich Softwarelokalisierung und Medienübersetzen; zum Beispiel wird in beiden Bereichen untertitelt. Unsere Studierenden üben mit authentischen Fragestellungen und nutzen professionelle Software.

Beide Fächer werden bei uns von ausgewiesenen Spezialisten unterrichtet. Akad. Rätin Ana Díaz [ToDo Mitarbeiterlink] und Francisco Paredes haben beide Erfahrung bei verschiedenen Auftraggebern wie Nintendo gesammelt und  geben ihr gesammeltes Fachwissen an Sie weiter.

Zu der Vielzahl an Kompetenzen, die heute von Fachübersetzern verlangt werden, gehört das Technische Schreiben. Das bedeutet, dass Sie Fachtexte nicht nur übersetzen, sondern auch selbst formulieren und sich mit der Auswahl von Textelementen wie Abbildungen und Hyperlinks auseinandersetzen müssen.

Auch wenn der Begriff „technisch“ im Titel steht, kann es in der Praxis um die unterschiedlichsten Zwecke und Zielgruppen gehen. So wird von manchen Auftraggebern gefordert, dass Texte in kontrollierter Sprache verfasst werden, damit sie für die maschinelle Übersetzung geeignet sind.

Auch die „Leichte Sprache“ spielt bei uns eine Rolle. Texte in Leichter Sprache richten sich an Menschen mit Leseschwierigkeiten und stellen einen wichtigen Baustein im Bereich Barrierefreiheit dar. Alle Behörden in Deutschland sind verpflichtet, ihre Webseiten auch in Leichter Sprache anzubieten, und auch Firmen können sich hier eine neue Zielgruppe erschließen. Wir verfügen über Kontakte zu unterschiedlichen Organisationen, die mit Leichter Sprache arbeiten, z. B. zum Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Würzburg.

Das Kernthema des Technischen Schreibens bleiben jedoch technische Fachtexte, die verständlich und juristisch sicher sein müssen. In Firmen mit großen Sprachabteilungen arbeiten Fachübersetzer und Technische Autoren Hand in Hand und müssen die Aufgaben des jeweils anderen kennen.

Das Fach wird unterrichtet von Akad. Direktorin Beate Wassermann [ToDo Mitarbeiterlink], die  außerhalb der Hochschule beispielsweise Lehrerfahrung aus der Führungsakademie der Telekom mitbringt.

Für viele, die aus den philologischen Studiengängen wie Anglistik oder Romanistik kommen, sind die Sachfächer eine Überraschung, wenn nicht ein Schock. Wenn man eigentlich mit Sprachen arbeiten will, warum soll man dann Lehrveranstaltungen zu Themen aus Technik, Pharmazie und Medizin besuchen?

Es gilt die Regel, dass man nicht übersetzen kann, was man nicht versteht. Und das bezieht sich nicht nur auf die sprachliche Seite, sondern auch auf den Inhalt der Texte. Die Lehrveranstaltungen im Bereich Technik werden von Professoren aus den ingenieurwissenschaftlichen Fächern unserer Hochschule explizit für unsere Übersetzungs-Studierenden entwickelt. So wird gewährleistet, dass Lücken im Fachwissen geschlossen und alles verständlich erklärt wird. Laborbesuche runden das Fach ab.

Für das Fach Pharmazie haben wir mit Frau Elke Briegleb eine erfahrene Dozentin, die Übung darin hat, Fachfremde an die Thematik heranzuführen. Auch ihre Lehrveranstaltung ist für unsere Studierende maßgeschneidert und enthält allseits beliebte praktische Übungen.

Im Fach Medizin können wir ein besonderes Angebot machen: Es gibt eine Kooperation mit der Universitätsmedizin Würzburg, die es unseren Studierenden ermöglicht, gemeinsam mit den Medizinstudierenden die Einführungs-Ringvorlesung für das Fach zu besuchen. So werden gleich Kontakte zur Praxis geknüpft und Sie erhalten die gleichen Einblicke wie die künftigen Medizin-Profis.

Die Kenntnisse aus diesen Sachfächern können Sie in den Fachübersetzungen und Projekten praktisch anwenden und vertiefen.

Sie studieren praxisnah, aber zum Berufseinstieg bleiben grundsätzlich Fragen offen. Das beginnt bei der Entscheidung für oder gegen eine freiberufliche Tätigkeit und endet bei praktischen Fragen etwa zur Steuererklärung.

Unsere Veranstaltung „Fit für den Markt“ ist eine Vortragsreihe mit Praxisvertretern. Sie lernen unterschiedliche Einsatzgebiete kennen, können Fragen stellen und bekommen einen Überblick über die Vielfalt des Fachgebiets und der beruflichen Möglichkeiten.

Und wenn Sie selbst in den Beruf eingestiegen sind – herzlich willkommen als Vortragende!

Die Reihe „Fit für den Markt“ wird von Akad. Dir. Andrea Kreiner-Wegener [ToDo Mitarbeiterlink] geleitet, die als erfahrene Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin und langjähriges BDÜ-Mitglied über ein ausgezeichnetes Netzwerk auch außerhalb der Hochschule verfügt.

Zu den weiteren Angeboten zählt die fachsprachliche Sprachproduktion, die Sie für beide Fremdsprachen besuchen. Oft wird behauptet, dass Fachübersetzer die Fremdsprachen nur passiv bzw. allenfalls schriftlich gut beherrschen sollen. Auf Nicht-Übersetzer wirkt es aber höchst unprofessionell, wenn man sich als Profi für eine Sprache bezeichnet und sie nicht spricht. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie bewerben sich als Fachübersetzer für Spanisch bei einer Firma, die seit langem Kontakte nach Südamerika hat. Viele Mitarbeiter der Firma sprechen passabel Spanisch. Wenn Sie denen erklären, dass man als Übersetzer die Fremdsprachen nicht sprechen muss, ernten Sie bestenfalls ungläubige Blicke.

In den ersten drei Semestern belegen Sie außerdem fachwissenschaftliche Wahlfächer (FWPF, als Modul FWPM). Alle Dozenten unseres Studiengangs unterrichten solche FWPFs und bieten Ihnen zusätzlichen Kenntnisgewinn zu sprach- und kulturwissenschaftlichen Themen. Hin und wieder haben wir auch Gastdozenten aus anderen Fächern, wie z. B. Prof. Kilian Moritz, der FWPFs zu journalistischen Aufgaben für Übersetzer anbietet.

Mit der Wahl der FWPFs können Sie persönliche Interessen vertiefen und ihr Profil einzigartig machen.